Kolonnaden von Karlsbad – Promenade der Kurgeschichte

Architektonischer Schatz der Kurstadt

Ein einzigartiges Ensemble aus fünf Kolonnaden verbindet Architektur, Heilquellen und jene besondere Atmosphäre, für die Karlsbad weltweit bekannt ist.

Fünf prachtvolle Kolonnaden bilden das Herz der Karlsbader Kurkultur und ein architektonisches Erbe, das in Europa seinesgleichen sucht. Begeben Sie sich auf einen einzigartigen Spaziergang entlang dieser fünf architektonischen Meisterwerke, probieren Sie das Wasser aus insgesamt 15 Mineralquellen und erleben Sie die Atmosphäre des Kurlebens, wie sie schon die Gäste vergangener Jahrhunderte kannten.

Mühlbrunnkolonnade – Königliche Promenade

Die pseudorenaissancezeitliche Steinkolonnade wurde in den Jahren 1871–1881 nach dem Entwurf des bedeutenden tschechischen Architekten Josef Zítek, dem Schöpfer des Nationaltheaters in Prag, erbaut. Nach ihrer Fertigstellung wurde sie zunächst kritisch aufgenommen – die Einheimischen nannten sie „Kegelbahn“ oder „Spargelbeet“. Heute zählt sie mit ihren 124 korinthischen Säulen, die das Dach tragen und einen majestätischen Raum für Spaziergänge schaffen, zu den beliebtesten Kolonnaden.

Die Attika der Kolonnade ist mit zwölf allegorischen Sandsteinfiguren geschmückt, die die einzelnen Monate des Jahres darstellen. In der Kolonnade finden Sie fünf Quellen, darunter den Mühlbrunnen (56 °C), der – ähnlich wie der Sprudel – abgefüllt und ins Ausland exportiert wird. Die neu eröffnete Terrasse bietet einen wunderschönen Blick auf das historische Stadtzentrum. Neben der Kolonnade befindet sich zudem der charmante Holzpavillon der Freiheitsquelle.

Parkkolonnade – Gusseisernes Schmuckstück

Diese reich verzierte gusseiserne Kolonnade in den Dvořák-Gärten ist der einzige erhaltene Teil des ehemaligen Blanenský-Pavillons, der Ende des 19. Jahrhunderts nach Entwürfen der Architekten Fellner und Helmer errichtet wurde. In Verbindung mit den angrenzenden Parkanlagen entsteht hier ein idealer Ort zum Entspannen im Grünen und im Schatten alter Bäume.

In der Parkkolonnade können Sie aus einem schlangenförmigen Auslauf die Quelle „Hadí pramen“ (28,7 °C) probieren, die als besonders wohlschmeckend gilt, da sie weniger mineralisiert und kühler ist – ideal für den Beginn einer Trinkkur. Ihr milder Geschmack wird besonders von Gästen geschätzt, die nicht an stark mineralisiertes Wasser gewöhnt sind.

Marktkolonnade – Die romantischste Kolonnade

Die reich geschnitzte Holzkolonnade im Schweizer Stil, ebenfalls aus der Werkstatt von Fellner und Helmer, war ursprünglich nur als provisorische Überdachung der Quellen für wenige Jahre gedacht. Nachdem sie jedoch über ein Jahrhundert lang Bestand hatte, wurde sie vollständig rekonstruiert und ihr ursprüngliches Erscheinungsbild sorgfältig bewahrt.

In der Kolonnade befinden sich drei Quellen, von denen die bekannteste die Karlsquelle (64 °C) ist, die bereits im Mittelalter unter dem Namen „Žrout“ genutzt wurde. Der Legende nach heilte Kaiser Karl IV. an dieser Quelle seine erkrankten Glieder – ein Ereignis, das zur Gründung von Karlsbad führte. Die Gründungslegende ist auf einem Bronzerelief über der Quelle dargestellt.

Schlosskolonnade – Perle über der Stadt

Die Schlosskolonnade besteht aus zwei Teilen. Die Kolonnade der Oberen Quelle ist frei zugänglich und überdacht einen runden Pavillon mit herrlichem Blick auf das Stadtzentrum. Die Kolonnade der Unteren Quelle ist ausschließlich den Gästen der Schlossbäder zugänglich, die zu Beginn des 21. Jahrhunderts durch den Umbau der Jugendstilkolonnade aus den Jahren 1910–1912 nach Plänen des Wiener Architekten Johann Friedrich Ohmann entstanden.

Die Schlossbäder zählen zu den schönsten Kurzentren Europas. Sie bieten ihren Gästen eine breite Auswahl an Therapie- und Wellnessprogrammen unter optimaler Nutzung des originalen Karlsbader Heilwassers – in einem stilvollen Ambiente und auf höchstem Niveau.

Sprudelkolonnade – Funktionalistisches Meisterwerk

Die moderne, verglaste Stahlbetonkolonnade im funktionalistischen Stil aus dem Jahr 1975 schützt die bekannteste Karlsbader Quelle – den Sprudel. Sie ersetzte ein hölzernes Provisorium, das hier mehr als 35 Jahre stand, und ermöglicht den Besuchern einen unmittelbaren Blick auf den kraftvoll sprudelnden Geysir.

Spaziergang entlang der Kolonnaden – empfohlene Route:

  • Beginnen Sie beim Hotel Thermal und gehen Sie in Richtung Dvořák-Gärten
  • Entdecken Sie die Parkkolonnade und probieren Sie die Schlangenquelle
  • Folgen Sie dem linken Ufer der Teplá zur Mühlbrunnkolonnade
  • Nur wenige Schritte entfernt befindet sich die reich verzierte Marktkolonnade
  • Steigen Sie hinauf zur Schlosskolonnade und genießen Sie die Aussicht
  • Überqueren Sie die Brücke zum Sprudel und zur Sprudelkolonnade
  • Kehren Sie auf der anderen Flussseite zurück oder gehen Sie weiter zum Grandhotel Pupp

Erlebnistipp: Genießen Sie die traditionelle Kurpromenade mit einem eigenen Kurbecher – ein Ritual, das seit Jahrhunderten gepflegt wird! Die Becher sind in zahlreichen Geschäften im Stadtzentrum erhältlich. Der Spaziergang entlang aller Kolonnaden mit Verkostung der Quellen dauert etwa 2–3 Stunden. Am schönsten ist es am Morgen oder am frühen Abend, wenn die Temperaturen angenehm sind und weniger Besucher unterwegs sind.

Praktische Hinweise: Der gesamte Rundweg ist auch für Familien mit Kinderwagen sowie für mobilitätseingeschränkte Besucher geeignet. Länge der Strecke: ca. 3 km. Als Ausgangspunkt empfehlen wir das Hotel Thermal oder den Bereich Tržnice.